Der echte König Macbeth
Nicht nur ein Gebilde aus Shakespeares Fantasie
Shakespeares Macbeth ist eine der bekanntesten Figuren, die je erschaffen wurde. Nur wenige Menschen sind sich jedoch dessen bewusst, dass Macbeth auch eine reale Person war: Es handelt sich um einen König im Schottland des 11. Jahrhunderts, der ein Leben führte, das ebenso sehr von Mord, Verrat und Dramatik geprägt war wie das des tragischen Helden aus Shakespeares Stück.
Macbeth ist eines der berühmtesten dramatischen Werke englischer Sprache. Das Stück weicht aber im erheblichen Umfang von seiner historischen Quelle ab, die eine ganz andere Geschichte erzählt als Shakespeare es tut.
Der Mann hinter dem Mythos
Shakespeare stellt Macbeth als einen edlen Krieger dar, der durch seine manipulative und ehrgeizige Frau dem Untergang entgegen geht. Sie stiftet ihn zum Mord am König an, wodurch eine blutige Abfolge von Ereignissen in Gang gesetzt wird, die zum Fall der beiden führt.
In Wirklichkeit war Macbeth königlicher Abstammung und konnte seine Linie bis Malcolm I. zurückverfolgen. Sein Vater war Findláech (Findlay), Mormaer von Moray, und seine Mutter war eine Tochter von Kenneth II. Er hatte von daher einen rechtmäßigen Anspruch auf die von ihm gewonnene Königswürde, nachdem er einen älteren König Duncan nicht im Bett sondern auf dem Schlachtfeld ermordet hatte. Und Duncan war in Wirklichkeit bei weitem kein alter Mann, sondern gleichaltrig mit Macbeth.
Eine lange und erfolgreiche Regierungszeit
Macbeth ist eines von Shakespeares kürzesten Werken. Im Stück ist die Herrschaft von Macbeth kurz, blutig und katastrophal - vielleicht nicht länger als 10 Wochen, während derer er den Mord seines engsten Verbündeten und Vertrauten Banquo wie auch den an der unschuldigen Familie seines Rivalen MacDuff in die Wege leitet.
Die Regierungszeit des realen Macbeth dauerte 17 Jahre, eine beachtenswerte Leistung, die ein Zeugnis seiner Stärke und Kompetenz als Anführer darstellt. Und was ist mit Banquo und MacDuff? Für sie gibt es keinerlei historische Belege.
Das Ende
Wie sein fiktives Gegenstück starb Macbeth gewaltsam. Aber wie immer weicht der Höhepunkt des Stücks stark von den historischen Berichten ab. Shakespeare lässt MacDuff bei einem Kampf in der Nähe von Dunsinane, der als Folge einer Invasion von Alba unter Führung von Earl Siward of Northumbria entsteht, Macbeth erschlagen.
Während Earl Siward in der Tat eine Invasion von Alba anführte, geschah dies in Partnerschaft mit Malcolm Canmore, dem Sohn von Duncan. Der im Kampf besiegte, aber nicht getötete Macbeth regierte danach drei weitere Jahre, bevor er schließlich durch Malcolms Schwert starb.